- © Foto: ArianeGroup -
DAUN, 11.05.2021 - 14:06 Uhr
Technik

ArianeGroup schließt Qualifikationstests der Ariane-6-Oberstufe erfolgreich ab

Die Entwicklung des seit August 2015 geplanten Nachfolgemodells der europäischen Ariane Trägerrakete schreitet voran. Wie die ArianeGroup am 11. Mai bekannt gab, habe das Hilfsaggregat APU (Auxiliary Power Unit) der Ariane-6-Oberstufe seine letzten Qualifikationstests am französischen ArianeGroup-Standort Vernon abgeschlossen.  Seit Beginn der Entwicklung war es bei mehr als 50 Tests insgesamt 137.601 Sekunden (über 38 Stunden) im Einsatz.

Integriert in die Oberstufe, ist die Hauptaufgabe dieser innovativen Entwicklung die Bedrückung der Tanks. Dazu zweigt die APU einen kleinen Teil des Flüssigwasserstoffs und -sauerstoffs aus den Tanks ab, heizt diesen mit einem zu 100 % im 3D-Verfahren gefertigten Gasgenerator auf, baut Druck auf und führt ihn wieder in die Tanks zurück.

Durch ihre Vielseitigkeit kann die APU viele andere Aufgaben übernehmen. So ist die APU für die Vorbereitung der mehrfachen Wiederzündungen des Vinci-Triebwerks zuständig, ein weiteres Novum für europäische Trägerraketen. Dazu verdichtet sie den Treibstoff in Richtung des Tank-Bodens, wodurch die Turbopumpen des Vinci-Triebwerks optimal arbeiten können. Dies ist wichtig, da die Schwerelosigkeit sich stark auf das Verhalten von Flüssigkeiten auswirkt. Diese nigen dazu, sich in den Tanks zu verteilen.

Bei Bedarf kann die APU auch zusätzlichen Schub liefern, beispielsweise um die Oberstufe im Orbit anzutreiben. Dies ist insbesondere von Nutzen, um Satelliten-Cluster auszusetzen ein Verfahren, das bei Konstellationen angewendet wird, oder um noch präziser auf die endgültige Umlaufbahn einzuschwenken.

Am Ende der Mission sorgt die vielseitige APU auch dafür, dass die Stufe gemäß dem europäischen Raumfahrtgesetz aus ihrer Umlaufbahn geholt werden kann, indem sie die Stufe in Richtung Erde lenkt, wo sie beim Eintritt in die Atmosphäre verglüht.

„Dieses Antriebssystem trägt entscheidend zur Vielseitigkeit der Ariane 6 bei, insbesondere bei der Aussetzung von Konstellationen“, erklärt ArianeGroup-CEO André-Hubert Roussel. „Mit der Einführung dieser Innovation noch im Entwicklungsstadium sind wir ein Risiko eingegangen. Aber der Erfolg der Qualifikationstests belohnt den technologischen Mut der Teams in Ottobrunn und Vernon. Sie haben es geschafft, ein multifunktionales Instrument zu erfinden und zu entwickeln, das maßgeblich zur Wettbewerbsfähigkeit der Ariane 6 beiträgt.“

Nach dieser erfolgreich gemeisterten Etappe wird die APU mit der allerersten kompletten Ariane-6-Oberstufe, dem HFM (Hot Firing Model), getestet. Sie wird ein zentrales Element für den Erfolg der Heißlauftests sein, die derzeit auf dem eigens dafür gebauten DLR-Prüfstand im Baden-Württembergischen Lampoldshausen vorbereitet werden.


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