- © Foto: Google Earth Timelapse (Google, Landsat, Copernicus) -
DAUN, 16.04.2021 - 15:09 Uhr
Technik - Satellit

Millionen Satellitenbilder erweitern Google Earth

Veränderungen im Zeitraffer nachverfolgen

Eine der umfassendsten Dokumentationen der Veränderungen auf der Erde ist nun der Öffentlichkeit zugänglich. In enger Zusammenarbeit zwischen Google Earth, ESA, der Europäischen Kommission, der NASA und der amerikanischen Behörde US Geological Survey wurden 24 Millionen Satellitenbilder aus den letzten 37 Jahren in eine neue Ebene von Google Earth eingebettet. So ist eine neue Ansicht unseres Heimatplaneten entstanden, mit der man Veränderungen im Zeitraffer nachverfolgen kann.

Dieses Update von Google Earth war das umfassendste seit 2017 und ermöglicht es den Nutzerinnen und Nutzern nun, die Erde in einer völlig neuen Dimension – nämlich Zeit – zu entdecken. Diese neue Ansicht unseres Planeten steht nun in Timelapse zur Verfügung und nimmt die Nutzer mit auf eine fast 40-jährige Weltreise durch die Vergangenheit. Das Update zeigt, wie drastisch sich die Erde verändert, zum Beispiel, wie sich der Klimawandel und bestimmtes menschliches Verhalten auswirken.

Jeden Winkel der Welt erforschen

Die Benutzer können jeden Winkel der Welt erforschen, etwa die sich ständig verändernden Küstenlinien, miterleben, wie Megastädte wachsen, wie Wälder abgeholzt werden und vieles mehr. Google Earth bietet für jeden Themenbereich eine geführte Tour an; so kann man besser verstehen, welche Veränderungen auf unserem Planeten stattfinden und wie die Menschen diese erleben.

Die Flotte der Sentinel-Satelliten gehört der EU und wurde entwickelt, um die umfassenden Daten und Bilder zu liefern, die für das EU-Umweltprogramm Copernicus benötigt werden. Für die Verbesserung von Timelapse und seiner Funktionalität wurden vor allem Daten der Copernicus-Mission Sentinel-2 genutzt. Diese liefert hochauflösende Bilder, vorrangig für die Landüberwachung.

Die Mission Copernicus Sentinel-2 umfasst eine Konstellation aus zwei identischen Satelliten, die in derselben Polarbahn unterwegs sind, und zwar in einer Entfernung von 180° – für optimale Abdeckung und Datenlieferung. Die Kombination aus hochauflösenden, neuartigen Spektralkapazitäten, einem Sichtfeld von 290 Kilometern und regelmäßigen Überflugzeiten ermöglichen nie dagewesene Aufnahmen der Erde, und zwar alle fünf Tage mit einer räumlichen Auflösung von 10 Metern.

Die Entwicklung der neuen Timelapse-Funktion war zeitaufwändig und machte sogenanntes „Pixel-Crunching“ im Earth Engine, Googles Analyseplattform für raumbezogene Daten, erforderlich. Die animierten Timelapse-Bilder in Google Earth sind aus über 20 Millionen Satellitenbildern, aufgenommen zwischen 1984 und 2020, entstanden. Insgesamt brauchten Tausende von Maschinen in der Google Cloud mehr als zwei Millionen Stunden lang, um 20 Petabyte Satellitenbilder in ein einziges 4,4 Terapixel großes Videomosaik zu verarbeiten.

In Timelapse können die Nutzer einen beliebigen Ort im Suchfeld eingeben und sich seine Veränderung im Zeitraffer ansehen. Google Earth wird für das nächste Jahrzehnt jährlich mit Timelapse-Daten ergänzt, denn immer mehr Satellitenbilder werden verfügbar sein.

Link zur neuen Ebene in Google Earth in Timelapse: https://earthengine.google.com/timelapse/


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